Wasserkefir: Sprudelige Sommerlimo selbstgezüchet

Klar, nachhaltig Trinken ist ganz leicht, wenn man sich eine ordentliche Trinkflasche zulegt und sie immer wieder mit Leitungswasser befüllt. Gerade im Sommer ist das allerdings nicht besonders befriedigend. Und ohne Auto ist der Einkauf von Glasflaschen auch nicht wirklich toll. Wir haben jetzt aber eine super Alternative zu Limos oder Schorlen gefunden, die sich nicht nur gesünder und günstiger zu Hause herstellen lässt, sondern auch auf natürliche Art und Weise Kohlensäure enthält. Und zwar Wasserkefir!

Die meisten werden wohl eher die milchige Variante kennen, die es sogar fertig im Supermarkt gib, oder Kombucha aus Tee. Wasserkefir ist zwar auch eine Lebensgemeinschaft aus Bakterien und Hefezellen, in diesem Fall ernähren die sich aber von Zucker im Wasser und Stickstoff aus Trockenfrüchten. Neben Kohlensäure bildet sich auch ein wenig Alkohol (etwa 0,5% bis 2%). Also, je länger man den Ansatz stehen lässt desto sprudeliger und weniger süß wird es.

Kefir

Zugeben, das klingt erstmal nicht besonders appetitlich und sieht auch alles andere als ansprechend aus. Wir waren auch erst etwas skeptisch. Aber das gesiebte, gekühlte Getränk schmeckt dann toll, leicht exotisch erfrischend und konnte nach etwas Überredung sogar unsere weniger ökigen Freunde überzeugen. Den Mikroorganismen werden sogar verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Es gehen wohl verschiedene Vitamine in die Flüssigkeit über, die zur Nervenstärkung und Steigerung des Wohlbefindens beitragen sollen. Die Milchsäurebakterien unterstützen zusätzlich die natürliche Darmtätigkeit und aktivieren zusammen mit den Hefen den Stoffwechsel. Das alles ist, wie so oft, nicht wirklich wissenschaftlich bewiesen, schaden tut es aber nicht 😉 Zumindest gesünder als Fertiglimo ist es bestimmt! Und so geht das Ganze:

Zwei Esslöffel Kristallzucker in einem halben Liter Wasser auflösen und zusammen mit etwa 10 Gramm Pilz in ein verschließbares Plastik- oder Glasgefäß füllen. Eine Scheibe ungespritzte Zitrone und eine getrocknete, ungeschwefelte Feige dazugeben. Je nach Vorliebe zusätzlich anderes frisches Obst oder ungeschwefelte Trockenfrüchte verwenden. Nach ein bis drei Tagen die Früchte wegwerfen und die fertige Kefir durch ein Plastiksieb gießen. Das Getränk kühlen und die abgesiebte Pilzkultur mit lauwarmen Wasser abspülen und neu aufsetzen. Bei keinem Schritt sollten Gefäße oder Besteck aus Metall verwendet werden, da es den Pilz zerstört.

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Soweit die „offizielle“ Anleitung. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass zumindest kurze Berührungen mit Metall der Kefirkultur nicht dauerhaft schaden. Also beim Rausfischen des Obsts und zum Umrühren könnt ihr normales Besteck verwenden. Auch die Feige ist nicht so obligatorisch, wie die Anleitung es klingen lässt, solange irgendwelches Trockenobst verwendet wird. Außerdem finden wir: Frisches Obst sieht im Gefäß zwar sehr viel hübscher aus, tut aber nicht wirklich etwas für den Geschmack. Die einzige Ausnahme: Erbdeeren! Die schmeckte man nachher wirklich raus. Wir haben sogar für euch getestet, was bei Apfelsaft statt Wasser passiert. Kefir überlebt, schmeckt aber einfach nach vergorenem Apfelsaft 😉 Also lieber mit den Trockenfrüchen herumexperimentieren.

Unsere Lieblingsmischung:

  • 2 Zitronenscheiben (Am Ende auch in das Getränk auspressen)
  • 1 getrocknete Feige
  • 2 getrocknete Datteln
  • 5 getrocknete Kirschen
  • 2 Stücke kandierter Ingwer

Kefir ist nicht nur gesund, es motiviert auch zum Teilen. Der Pilz vermehrt sich nämlich so schnell, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als weitere Menschen mit dem Konzept zu begeistern, um die zusätzliche Menge Kefirkultur loszuwerden 😉 Wenn dich die Bilder also nicht abgeschreckt haben und du auch deinen eigene Kefir ausprobieren willst, schicken wir dir gerne die überschüssigen Teile unseres Pilzes. Einfach per Mail anfragen: blumenkopf.de@gmail.com (Natürlich können wir das nicht für jeden garantieren.)

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