Projekt „Grüner Balkon“ Teil 2: Pikieren

Seit wir nun begonnen haben, uns mehr mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen, wurde Gärtnern immer mehr zum Thema und damit für uns auch spannender. Die Vorstellung, im Sommer selbstgezüchtete Erdbeeren und Tomaten essen zu können, hat uns dann doch irgendwie begeistert. 😉

Und so ging’s los: Das Projekt “Grüner Balkon” war geboren! In dieser Reihe könnt ihr das Ganze verfolgen und kriegt regelmäßig Updates zu unseren Gärtner-Versuchen. Und hoffentlich gibt’s im Sommer dann auch gaaanz viele schöne Bilder von grünen Balkons!

Teil 2: Pikieren

Genau wie Vorziehen ist Pikieren ein Wort, was bei einem Treff im Gemeinschaftsgarten fiel und mir – zumindest in Bezug aufs Gärtnern – mal wieder nichts sagte. Mir wurde dann aber schnell erklärt, was Pikieren bedeutet und warum es für die Aufzucht von Jungpflanzen so wichtig ist.

Pflanzenpikieren ist quasi der Zwischenschritt zwischen vorziehen und draußen einpflanzen. Wie ja im ersten Teil erklärt, werden zuerst mehrere Saatkörner in einen Topf gegeben und dort vorgezogen. Für den Anfang ist das viel praktischer: Man spart Platz, hat weniger Aufwand bei der Pflege und die Keimlinge sind ohnehin so klein, dass sie sich die Nährstoffe in einem Topf problemlos teilen können. Außerdem geht ja auch nicht immer das gesamte Saatgut auf. Sobald Pflänzchen aber größer werden, brauchen sie mehr Nährstoffe und Platz und machen sich dann gegenseitig Konkurrenz, weil sie zu nah stehen. Und damit nicht immer nur der Stärkere gewinnt, rettet man die Kleinsten vor den etwas größeren Kleinen und topft sie um. 😉

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Mit dem Pikieren sollte eigentlich begonnen werden, wenn die Pflänzchen mindestens ein Paar “echte” Blätter haben und bereits an den Gewächshaus-Deckel oder die Folie stoßen. Zugegeben, bei mir traf nur der zweite Punkt zu wie man auf den Fotos sehen kann. Allerdings wuchsen die Chilis zum Zeitpunkt des Pikierens schon seit gefühlten Wochen nicht mehr und sie sahen auch einfach nicht besonders gut aus. Und da irgendwann schon die wenigen Blätter, die sie hatten, herunterhingen, dachte ich mir, dass es durch pikieren jetzt auch nicht mehr viel schlimmer werden kann. Und ich muss sagen: Die Chilis brauchten eindeutig einfach ein bisschen mehr Platz, denn jetzt geht es allen bestens und sie wachsen wieder sehr gut. Insofern: Gärtnern muss auch nicht immer total regelkonform funktionieren. Beobachtet einfach ein wenig das Pflanzenwachstum und entscheidet situationsbedingt! 🙂 Generell gilt aber, dass die Pflanzen noch zu empfindlich zum Raussetzen sind, aber bereits ohne Klarsichtfolie/Mini-Gewächshaus überleben können.

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Zum Pikieren benötigt man lediglich ein paar kleine Pflanztöpfe oder alte Plastikschüsseln (Quark- und Joghurtbecher sind zum Beispiel auch super geeignet), möglichst torffreie Pflanzenerde und wenn möglich einen Bleistift oder Schaschlikspieß. Ohne den geht’s zwar auch, aber mit ist es einfacher.

Zu Beginn müssen die Pflänzchen natürlich aus der Erde heraus und irgendwie getrennt werden. Das ist ein bisschen Fusselarbeit, schließlich sollen sie ja dabei nicht kaputt gehen. Der Schaschlikspieß ist hier sehr praktisch, weil man damit die Erde um die Pflanzen einstechen und dann vorsichtig lösen kann. Anschließend sollte die Erde etwas von den Wurzeln abgeschüttelt bzw. abgeklopft werden. Manche empfehlen, die Wurzelenden dann mit dem Fingernagel ein ganz klein wenig zu kappen, allerdings hat das für mich persönlich wenig Sinn gemacht. Ich hab auf diesen Schritt verzichtet und da alle Pflanzen immer noch ganz munter vor sich hinwachsen, hat wohl auch keine bleibenden Schaden davon genommen.

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Im nächsten Schritt müssen natürlich die neuen Töpfe vorbereitet werden. Dafür einfach ganz normal mit Erde (wer will, kann auch wieder das Erde-Sand-Gemisch vom vorziehen nehmen) befüllen und mit Wasser anfeuchten. Dann mit dem Finger in die Mitte ein Loch bohren und vorsichtig das Pflänzchen einsetzen. Die Betonung liegt hier wieder auf vorsichtig, ansonsten bricht der Sproß dabei und das wäre natürlich doof nach all der Mühe! 😉

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Die Pflanze sollte am besten etwas tiefer eingepflanzt werden als sie vorher in der Erde war. So hat sie einen stabileren Stand und kann an dem nun unter der Erde liegenden Stammteil noch zusätzliche Wurzeln bilden. Anschließend die Erde gut um den Stamm anhäufen, etwas bewässern und das war’s eigentlich auch schon!

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Jetzt brauchen die Pflanzen nur wieder einen guten Platz, um weiter zu gedeihen. Sonnige Fensterbänke oder, wenn es warm genug ist, auch schon der Balkon sind hier ideal. Das kleine Gewächshaus oder die Klarsichtfolie ist nun nicht mehr nötig, ansonsten bleibt aber alles wie gehabt: Erde immer leicht feucht halten, nicht überwässern und dann sollten die Pflanzen-Babies problemlos weiter gedeihen! 🙂

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