Projekt „Grüner Balkon“ Teil 1: Vorziehen

Hannah und ich haben beide Balkone, die bisher immer ziemlich kahl geblieben sind. Keine von uns hatte bisher Energie oder überhaupt Lust, Balkonkästen zu bepflanzen und Samen auszusähen.

Seit wir nun begonnen haben, uns mehr mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen, wurde Gärtnern immer mehr zum Thema und damit für uns auch spannender. Die Vorstellung, im Sommer selbstgezüchtete Erdbeeren und Tomaten essen zu können, hat uns dann doch irgendwie begeistert. 😉

Und so ging’s los: Das Projekt “Grüner Balkon” war geboren! In dieser Reihe könnt ihr das Ganze verfolgen und bekommt regelmäßig Updates zu unseren Gärtnerversuchen. Und hoffentlich gibt’s im Sommer dann auch gaaanz viele schöne Bilder von grünen Balkons! 🙂

Das Vorziehen

Pflanzen müssen vorgezogen werden. Sprich: Man muss die Samen vorher im Haus in kleinen Töpfchen aussäen, liebevoll päppeln und erst dann können sie irgendwann in größere Töpfe und nach draußen “umziehen”.

Diese Tatsache war mir als Garten-Neuling ehrlich gesagt völlig neu. Ich dachte, man streut Samen draußen auf die Erde, gießt sie und der Rest ist pure Glückssache. Schnell wurde ich beim Gemeinschaftsgarten Düsselgrün eines besseren belehrt als es im Januar 2016 um das Vorziehen von Chilis und Paprika für den Gemeinschaftsgarten ging. Hier wurde ich auch noch am selben Tag Besitzerin von Chili-Samen der Sorte “Lemon Drop” (später liebevoll “Lemmys” genannt). Diese sollte ich nun bei mir zuhause für die Aussaat im Garten oder auf dem Balkon vorbereiten.

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Die Zeit der Anzucht hängt schon einmal sehr von der Pflanzenart ab. Meine Chilis sollten schon Ende Januar vorgezogen werden, mit Tomaten oder Erdbeeren kann man zum Beispiel auch erst im April beginnen. Also hierfür am besten immer das Internet oder die jeweilige Verpackung befragen.

Kleine Pflanzen haben es gerne warm und am besten auch noch leicht stickig. Daher wird zur Anzucht ein kleines Gewächshaus empfohlen, diese gibt es im Frühjahr praktisch überall von Tschibo bis zu Ikea. Nötig sind sie allerdings nicht unbedingt, man kann auch einfach ein Stück Klarsichtfolie etwas durchlöchern und über dem Topf mit den Samen spannen. Hauptsache, es gibt eine Art Treibhauseffekt und Wasser kondensiert.

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Da ich fest überzeugt war, dass ich das mit der Klarsichtfolie vermasseln würde, hab ich für meine Lemmys lieber doch ein kleines Luxus-Gewächshaus geholt. Wenn bei diesen nicht – wie bei mir – schon Erde enthalten ist, kann man einfach normale Gartenerde (möglichst torffrei) mit etwas Sand mischen und in kleine Töpfe füllen. Anschließend die Erde gut bewässern. Dann einfach 3 bis 4 Samen pro Topf ein klein wenig in der Erde eingraben und bedecken. Hier immer auf genug Abstand zwischen den Samen achten! Dann noch einmal kurz etwas Wasser drüber, Deckel oder Folie drauf und auf die Fensterbank damit. Der optimale Standort ist ein Fensterplatz über der Heizung, denn besonders am Anfang brauchen die Samen nicht nur Licht, sondern vor allem auch viel Wärme.

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Und jetzt heißt es einfach nur abwarten und die Erde immer schön feucht halten, aber auch nicht überschwemmen.
Bei meinen Chilis hat es einige Wochen gedauert bis sich langsam der erste Spross zeigte, bei meinen Tomaten später dauerte es keine drei Tage. Einfach mal ausprobieren und nicht den Mut verlieren wenn’s nicht sofort klappt! 🙂

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