Green it yourself: Deo in 5 Minuten

Ein größerer Zeitaufwand ist kein Problem. Und auch mehr Geld zu bezahlen bin ich für einen nachhaltigeren Alltag bereit. Aber wenn es an meine Eitelkeit und somit das Selbstwertgefühl geht, ist das eine völlig andere Sache. Deshalb war ich bisher etwas zögerlich, wirkliche Veränderungen bei Körperpflege und Makeup anzugehen. Dabei sind das die Produkte, die man am häufigsten verwendet. Dann bin ich zufällig auf ein Deo-Rezeptvideo von Smarticular (siehe unten) gestoßen und habe gedacht: Das sieht so einfach aus, das ist es wert, einmal auszuprobieren!

Denn durch eigene Herstellung spart man nicht nur viel Abfall, da das Behältnis immer wieder verwendet kann. Zudem befindet sich darin kein Aluminium (worauf man auch beim Kauf achten sollte). In regulären Deos befinden sich meistens Aluminiumsalze, welche die Hautporen zusammenziehen lassen und die Schweißkanäle blockieren – wir schwitzen damit also weniger. Das ist aber nicht nur gesundheitsschädigend, wie Ökotest schreibt. Durch den täglichen Einsatz eines aluminiumhaltigen Antitranspirants kann die die tolerierbare Menge Aluminium überschritten werden und beeinträchtigt möglichweise langfristig das Nervensystem, die Fortpflanzung und die Knochenentwicklung.

Zusätzlich zu diesem egoistischen Grund gegen solche Deos, zerstört jeder einzelne Schritt des Herstellungsprozesses auf eine andere Art und Weise unsere Umwelt, sagt Utopia. Denn Aluminium wird zurzeit vor allem in Ländern gefördert, wo Regenwald abgeholzt werden muss, um an den Rohstoff zu gelangen. Außerdem besteht das Abfallprodukt Rotschlamm aus vielen giftigen Chemikalien und kann nicht weiterverarbeitet werden. Diese werden je nach Regelung des jeweiligen Landes entweder deponiert oder in große Seen und Flüsse geleitet. Zuletzt ist das Elekrolyseverfahren zur Umwandlung von Aluminiumhydroxid in Aluminium extrem energieaufwendig. Um ausreichend Energie zu erhalten, werden an den Produktionsorten oft große Kraftwerke errichtet, für die noch mehr Regenwald abgeholzt wird. Also eigentlich schon genug Gründe, Deo einfach selbst zu machen und das Ganze nicht weiter zu unterstützen.

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Das braucht man dafür:

  • 100 ml Wasser
  • 2 Teelöffel Stärke
  • 2 Teelöffel Natron
  • 3 – 5 Tropfen Teebaumöl

Da im Video die Wirkung der Inhaltsstoffe nicht erklärt wird, hier meine persönliche chemische Amateur-Analyse. 😀
Klar, Wasser und Stärke bilden die Trägermasse, damit die Flüssigkeit eine cremige Konsistenz bekommt und auf der Haut hält. Das ätherische Teebaumöl überdeckt nicht nur Gerüche, sondern hat auch eine eigene antikbakterielle Wirkung, die Haupteigenschaft von „richtigen“ Deos. Natron hingegen wirkt geruchsneutralisierend. Da es zusätzlich basisch ist, könnte ich mir vorstellen, dass es auch einen positiven Einfluss auf den pH-Wert der Haut hat oder etwas mit den Schweißdrüsen macht, aber da bin ich mit meinen Kenntnissen schon am Ende 😉
Vielleicht hat jemand von euch eine Idee? Gerne kommentieren!

Insgesamt habe ich für die Zutaten etwa 3 € bezahlt. Eigentlich sollte man natürlich Bio-Teebaumöl nehmen, dann wird das ganze etwas teurer, aber für das Experiment habe ich auf die Schnelle erst einmal das von dm gekauft. Wenn man aber bedenkt, wie viele Füllungen man mit diesen Mengen hinkriegt, sind das immer noch wenige Cent pro Deo.

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Die Herstellung ist ganz einfach: Wasser mit Stärke unter Rühren zum Kochen bringen und die Masse ganz kurz aufkochen lassen. Natron einrühren und wenige Tropfen Teebaumöl hinzufügen ­– fertig! Jetzt das Ganze nur noch in ein alte gereinigte Deoflasche füllen und abkühlen lassen.

Meine Erfahrungen

Das Deo bleibt zunächst als eine cremige Schicht auf der Haut, zieht dann aber relativ schnell ein, ähnlich wie ein industrielles Deo. Erste Feststellung: Es riecht sehr SEHR stark nach Teebaumöl. Wer diesen doch ziemlich speziellen Geruch nicht gerne mag, sollte auf ein anderes ätherisches Öl zurückgreifen.

Die ersten vier Stunden fühlt sich das Deo sehr angenehm an und scheint auch seine Funktion zu erfüllen. Am Abend nach dem Sport ist es allerdings nicht mehr ganz so frisch wie ich es sonst gewöhnt bin.

Hier meine wunderschönen Arme in der Nahaufnahme stellvertretend für die Achselhöhle. 😉
Direkt nach dem Auftragen:

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5 Minuten später:

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Fazit

Eine supergünstige, nachhaltige Alternative für den Winter, im Sommer oder bei Sport werde ich aber wohl doch lieber weiterhin auf gekaufte Deos zurückgreifen, da mir hier das selbsthergestellte einfach nicht „leistungsfähig“ genug war.
Und hier noch das Video zum Rezept:

 

 

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